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CHIP Netztest 2016: Magenta sieht rot

Vodafone hat stark aufgeholt und teilt sich LTE-Krone in diesem Jahr mit Telekom

München, 29. November 2016 – Der Telekom-Thron wackelt. Das zeigt der große Netztest 2016. Zusammen mit NET CHECK hat das Technikmagazin CHIP auch in diesem Jahr die Qualität der deutschen Handynetze untersucht. Überraschendes Ergebnis: Die Telekom bietet nach wie vor das beste Mobilfunknetz an. Die Zeiten, zu denen sie den Markt technisch fast nach Belieben dominierte, sind allerdings vorbei. Der heimliche Sieger ist das Vodafone-Netz, das im Vergleich zu den Vorjahren stark aufgeholt hat: Bei der LTE-Wertung liegt das Unternehmen mit der Telekom gleichauf. O2 Telefonica landet dagegen auf dem dritten Platz und kämpft mit der Integration des E-Plus-Netzes. Die Deutsche Bahn hat technisch gesehen immer noch deutlichen Nachholbedarf. Im Zug ist der Empfang nach wie vor zu schlecht.

Härtetest für deutsche Mobilnetze

400.000 Daten-Samples, 22.000 Telefonate, 12.000 Kilometer auf Straßen und Schienen sowie 450 Kilometer zu Fuß in deutschen Innenstädten liefern ein deutliches Bild. So kann die Telekom 2016 erneut mit der besten Netzqualität und dem besten Gesamtnetz aufwarten. Auch in Sachen Schnelligkeit trägt der Erstplatzierte eine magentafarbene Krone. Allerdings rückt Vodafone dem Marktbegleiter immer näher. In der Kategorie „Bestes LTE-Netz“ teilen sich Telekom und Vodafone 2016 den ersten Platz mit der Note „Sehr gut“.

Im Netztest von CHIP und NET QUECK haben die Experten die neue Technik genau unter die Lupe genommen, einschließlich der nächsten Geschwindigkeitsstufe LTE Cat 9. Beim Telefonieren bestätigen die diesjährigen Messergebnisse den Trend der vergangenen Jahre. Außer im Zug treten kaum Probleme auf. Der Einsatz der neuen Voice-over-LTE-Technik beschleunigt den Verbindungsaufbau massiv, vor allem bei Vodafone und Telekom. In der Kategorie „Telefonieren über LTE“ erreichen beide Anbieter die Note 1,8. O2 muss sich mit einer 3,2 zufriedengeben. Den Gesamtsieg erzielt die Deutsche Telekom durch leichte Vorteile beim mobilen Internet. Sie platziert sich hier vor allem dann vor Vodafone, wenn statt LTE die 3G-Technik oder GSM zum Einsatz kommt.

Bei den Apptests fallen die Unterschiede zwischen den Netzen dagegen kaum auf. Wer ein Bild bei Dropbox hochladen möchte, muss sich bei der Telekom auf eine durchschnittliche Wartezeit von 7,8 Sekunden, bei Vodafone auf 6,8 und bei Telefonica auf 9,9 Sekunden einstellen. Große Bilder auf Facebook hochzuladen dauerte im Test 14,1 (Telekom), 14,2 (Vodafone) beziehungsweise 15,4 Sekunden (Telefonica).

Problemzone Zug

Das größte Sorgenkind für deutsche Mobilfunknutzer ist nach wie vor die Bahn. Die Messergebnisse zeigen, dass Telefonieren und Surfen selbst im ICE immer noch Glückssache sind. Im Telefonica-Netz scheiterten im Test über ein Drittel aller Anrufe. Das heißt, die Verbindung wurde erst gar nicht aufgebaut oder riss vorzeitig ab. Bei der Telekom kam etwa jedes fünfte Gespräch nicht zustande (21,2%), bei Vodafone betrug die Fehlerquote 16,9%. YouTube-Nutzer im Zug konnten bei Vodafone nur in 69,6% aller Versuche Live-Videos erfolgreich streamen, Telefonica-Kunden in 72,3, Telekom-Kunden in 89,1% aller Fälle.

Ein besorgniserregendes Bild lieferten sämtliche Messungen, die an städtischen Hotspots wie Kaufhäusern und Bahnhöfen durchgeführt worden sind. Diese Spots werden in der Regel stark von Mobilfunknutzern frequentiert, weshalb die Netze dort langsam aber sicher an Ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Besonders das O2-Netz der Telefonica schwächelt hier. Der Abruf der Webseiten dauert länger, die Erfolgsquote bei Dateitransfers sinkt und das YouTube-Streaming klappt nicht mehr so gut. Alles Anzeichen für eine hohe Auslastung eines Netzes.

Das gesamt Testergebnis mit weiteren Informationen und Grafiken finden Sie unter chip.de/netztest2016 sowie in der CHIP 01/2017. Das Magazin ist ab 2. Dezember im Handel sowie im CHIP Kiosk erhältlich.

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